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Das Oderbruch


Oderbruchlandschaft bei Lebus

Das Oderbruch ist mit nur 2 bis 5 Metern über dem Meeresspiegel das am tiefsten gelegene Gebiet in der Mark Brandenburg. Es erstreckt sich von der Stadt Oderberg im Norden bis Lebus im Süden. Die Flussaue wird begrenzt von bis 100 m höher gelegenen Flächen. Bis ins 18. Jahrhundert wurde das Bruch regelmäßig zweimal im Jahr überflutet, so dass die fruchtbaren Flächen nicht bewirtschaftet werden konnten. Nur die höher gelegenen Orte, wie Oderberg, Bad Freienwalde, Wriezen, Seelow und Lebus boten den Menschen dann Schutz.
1747 ließ König Friedrich II schon früher ausgearbeitete Pläne zur Entwässerung des Oderbruchs verwirklichen. Die Oder erhielt ein neues, begradigtes Flußbett: 60 km wurden eingedeicht und Sumpfgebiete trockengelegt. Aus sumpfiger Wildnis wurde eines der fruchtbarsten Ackerbaugebiete und eine neue preußischen Provinz, die sich aufgrund ihres Fischreichtums und wertvollen Ackerbodens zur Kornkammer Preußens und zur Speisekammer Berlins entwickelte.
AUSFLUGZIELE im Oderbruch und aktuelle Fotos siehe auch www.reiseziele-brandenburg.de/oderbruch

Ausführlich beschreibt Theodor Fontane in seinen "Wanderungen durch die Mark-Brandenburg" die Pläne und die Umsetzung der Eindeichung des Oderbruchs.
Da Preußen zur damaligen Zeit das am dünnsten besiedelte Land in Mitteleuropa war, wurden Kolonisten aus den umliegenden Ländern unter Zusicherung von Religionsfreiheit und Freiheit von Leibeigenschaft angeworben und im Oderbruch angesiedelt. Die bisher einzige Erwerbsquelle, die Fischerei, wurde durch Ackerbau, Gemüseanbau, Tierzucht, Korbflechterei und Wollspinnerei bereichert.

Die Adonisröschen an den Oderhängen im Lebuser Land
Bockwindmühle in Wilhemsaue  

Bei Groß Neuendorf

Der Anschluß der Region an das Eisenbahnnetz hatte einen weiteren wirtschaftlichen Aufschwung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zur Folge.
Trotz der Eindeichung kam es auch in den folgenden Jahren immer wieder zu großen Hochwasserkatastrophen und Dammbrüchen, z.B. 1838, 1947, 1981/82 (70 cm über dem bis dahin jemals gemessenen Höchstwert) und 1997 konnte ein Deichbruch nur noch im letzten Moment verhindert werden.
Das Oderbruch ist eine Urstromtalniederung. Das Gelände ist eben, Äcker, Wiesen und Baumgruppen sowie Wasserläufe bestimmen die Landschaft. Für das Oderbruch typisch sind die Loose, einzeln oder in Gruppen stehende Gehöfte außerhalb der Dörfer, die nach 1821 mit der Aufteilung des Gemeindebesitzes entstanden. Die Kunst Loose Tagen im Oderbruch mit offenen Höfen und Ateliers werden jedes Jahr im Mai durchgeführt.
Heute ist das Oderbruch mit seinen zahlreichen Oderarmen und Seen sowie den Trockengebieten idealer Lebensraum für eine artenreiche Tierwelt. Eine botanische Besonderheit bietet das Naturschutzgebiet "Pontische Hänge" bei Mallnow (Lebus) mit den Hängen voller Adonisröschen im Frühjahr. Das Oderbruch ist auch Durchzugs- und Rastgebiet zahlreicher Vogelarten.  
Mehr Informationen zur Naherholung und zum Tourismus in der Region finden Sie unter:
www.oderbruch-tourismus.de

Neutrebbin März 2010
 

Gasthof "Zum Alten Fritz" in Neutrebbin.
www.gasthof-zum-alten-fritz.de
Weißstörche, Schafe und Gebäude aus Feldsteinen sind ein typisches Bild im Oderbruch