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Brandenburg: historischer Abriss und Literatur

Weitere Links zur Geschichte von Brandenburg-Preußen
  • www.preussen-chronik.de
  • Die offizielle Internetpräsenz des Hauses Hohenzollern bietet Ihnen Informationen zur Geschichte des ehemals regierenden Preussischen Königshauses und Aktivitäten, Stiftungen in der Gegenwart www.preussen.de
  • In Wustrau, nordwestlich von Berlin kurz vor Neuruppin gelegen, wurde im Jahr 2000 ein Brandenburg - Preußen Museum eröffnet www.brandenburg-preussen-museum.de
  • Sehr schön gestaltete Internetseiten über die beliebte Königin Luise: www.koenigin-luise.com
  • Chronos-Ostwall-Zeitreisen beschäftigt sich mit der Geschichte nach dem 1. Weltkrieg bis in unsere Zeit. Es werden Führungen durch das riesige unterirdische Hohlgangsystem von über 32 km Länge angeboten. Mehr Informationen unter: www.ostwall-zeitreisen.de

Die Mark Brandenburg unter bayrischer und böhmischer Herrschaft

1348

Es taucht ein "falscher Waldemar" auf, der behauptet der letzte Askanier der Askanier zu sein. Waldemar sei 1319 nicht gestorben, sondern hätte eine Pilgerfahrt ins Heilige Land unternommen. Anfangs wird er von den Fürsten und sogar vom König Karl IV protegiert, aber nach 2 Jahren als Schwindler verurteilt.

1349/50

Die Pest wütete in Europa und im ganzen Land, Judenverfolgungen setzten ein, da diese angeblich an der Pest die Schuld tragen.

1356

Die Goldene Bulle Kaiser Karl IV. zählt den Markgrafen von Brandenburg in seiner Eigenschaft als Erzkämmerer des Reiches zu den vier weltlichen Kurfürsten, die zusammen mit den drei geistlichen den Deutschen König wählen. Das Kurfürstentum ist unteilbar und ein Kurfürst darf keine zwei Kurstimmen haben.

1373

Vertrag von Fürstenwalde, Kaiser Karl IV. kauft die Mark Brandenburg und nach 50 Jahren kriegerischer Auseinandersetzungen und Unruhen gab es 5 gute Jahre für Wirtschaft und Handel

1381

Die Dominikaner betreiben in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts ein Studium der Artes, Philosophie und Theologie in Ruppin und Strausberg

1383

"Hostienwunder" in Wilsnack

1378

Kaiser Karl IV. stirbt. Sein ältester Sohn Wenzel wird König von Deutschland, der die Mark Brandenburg 10 Jahre später an seinen Vetter, den Markgrafen Jost von Mähren, verpfändet.

1393

Die märkischen Städte schließen einen Vertrag zur gemeinsamen Bekämpfung von Räubern und Raubrittern im Lande.

1402 - 1409

Raubritter, allen voran die Brüder von Quitzow erobern Städte und Burgen, die dann Schutzgeld an diese zu zahlen haben. 1409 beherrschen die Quitzows das Havelland, den Barnim, den Teltow, Köpenick und alle Zugänge nach Berlin/Cölln.

Beginn der Hohenzollernherrschaft in Brandenburg

1411

Markgraf Jost von Mähren stirbt. Eine brandenburgische Gesandtschaft beklagt sich beim König Siegmund über die Unruhen und Missstände in der Mark. Der König Siegmund ernennt den Burggrafen Friedrich VI. von Nürnberg aus dem Geschlecht der Hohenzollern zum rechten Obristen, gemeinsamen Verweser und Hauptmann der Mark, damit er die märkischen Verhältnisse wieder in Ordnung bringt.

1412-1413 Die Städte und die Bischöfe von Brandenburg, Havelberg und Lebus leisten Friedrich IV. von Nürnberg den Huldigungseid. Der Adel und die Quitzows müssen mit Gewalt zum Gehorsam gezwungen werden.
1415 Beginn der Hohenzollernherrschaft. König Siegmund verleiht auf dem Konstanzer Konzil dem Burggrafen Friedrich IV. die Würde eines Markgrafen, Kurfürsten und Erzkämmerers der Heiligen Römischen Reiches. Zwei Jahre später wird die Mark Brandenburg erblicher Besitz der Hohenzollern.
1420 Der Kurfürst kämpft gegen Mecklenburg und Pommern. Er besetzt das 1354 abgegebene Angermünde, das seitdem wieder märkisch ist und zwingt die Pommern zur Räumung der Uckermark.
1426 Friedrich I. überträgt die Regentschaft seinem ältesten Sohn Johann I., dem Alchimisten, der sich mit Politik, Wissenschaft und Literatur beschäftigt.
1430 König Siegmund überträgt dem Deutschen Orden wegen seiner Verdienste die Neumark
1432

Kurfürst Friedrich I führt das Reichsheer gegen die Hussiten an. Bömische Hussiten fallen in die Mark ein, Plünderungen und Brandschatzungen in der Umgebung Berlins, bei Fürstenwalde, in Strausberg und Bernau, wo die Hussiten vergeblich versuchen, die Stadt mit Stadtmauer einzunehmen und sich schließlich zurückziehen (die Gründe für den schnellen Rückzug sind bis heute unbekannt)

1432 Die beiden Städte Berlin und Cölln schließen sich zusammen und bilden einen gemeinsamen Rat.
1433 Hussiten dringen bis in die Neumark vor und zerstören das Land.
1440 Kurfürst Friedrich I. stirbt in Nürnberg, Friedrich II wird Kurfürst von Brandenburg. Mitregenten sind die Brüder "Friedrich der Fette" und "Friedrich der Eiserne"
1443 Der Grundstein zum Bau eines Schlosses für den Kurfürsten in Cölln an der Spree wird gelegt. (die Cöllner behindern den Bau, können ihn aber nicht verhindern)
  Kurfürst Friedrich II verzichtet gegenüber dem Deutschen Orden auf die Neumark, ein Schutzbündnis wird geschlossen.
1446 Kurfürst Friedrich II vertreibt alle Juden der Mark Brandenburg, Markgraf Friedrich der Fette siedelt sie in den altmärkischen Städten wieder an.
1451 Das kurfürstliche Hofgericht wird von Tangermünde nach Cölln verlegt. Friedrich der II. hat die Spreestadt zu seiner Residenz auserkoren und bezieht das Schloss zu Cölln.
1454 Der deutsche Orden verpfändet die Neumark für 40 000 Rheinische Gulden an Friedrich II.
1470 Friedrich II tritt die Markgrafenschaft mit Kur- und Erzkämmerwürde an seinen Bruder Albrecht (Achilles) ab und stirbt ein Jahr später.
1473 Albrecht regelt in einem Hausgesetz die Erbfolge der Hohenzollern Brandenburg ungeteilt als Ganzes an den Erstgeborenen.
1477 Der Havelberger Bischof unternimmt zusammen mit dem Landeshauptmann der Prignitz, Wedgo Gans, und dem Landeshauptmann der Altmark, Wilhelm von Pappenheim, einen Feldzug gegen die Straßenräuber, um die Wilsnackpilger zu schützen. Dabei werden in der Prignitz 14 Burgen zerstört und die Räuber geköpft.
1485 Kurfürst Albrecht Achilles hält eine Strafpredigt gegen die Verschwendungssucht seines Sohnes Markgraf Johannes II. Er stirbt im März 1486.
1488 Der Landtag bewilligt die "Bierziese": je Tonne Bier 12 Pfennig (8 an die fürstliche Kasse und 4 an die Kasse der Stadt)
1499 Kurfürst Johann II Cicero stirbt und wird als 1. Fürst aus dem Haus der Hohenzollern in der Mark Brandenburg in Berlin Cölln beigesetzt. (Bronzegrabmal in der Gruftkirche des Berliner Doms). Nachfolger wird sein erst 15jähriger Sohn Joachim I, der sich vor allen um die Rechtspflege in der Mark bemühte. Er erhielt den Beinamen "Nestor".
1500

In einer Statistik wird ermittelt, das bisher ca. 3.000 Brandenburger Bürger an auswärtigen Universitäten studierten.

1506 Gründung der Universität Frankfurt Oder
1514 Erzbischof Albrecht von Magdeburg, Bruder und Mitregent Joachim I aus dem Haus Hohenzollern, führt - entgegen den Bestimmungen der Goldenen Bulle Karls IV. von 1356 - eine zweite Kurstimme für Brandenburg
1517 Der Augustinermönch Martin Luther veröffentlicht in Wittenberg 95 Thesen über kirchliche Missstände und kritisiert vor allem den Ablass-Missbrauch.
1518 Der Rektor der Frankfurter Universität verfasst "Fünfzig Frankfurter Antwort-Thesen des Ablass-Predigers Tetzel"
1521 Kurfürst Joachim I. beteiligt sich maßgeblich an der Abfassung des Wormser Ediktes gegen Luther und verbietet den Kauf oder Besitz der neuen verdeutschten Bibel alten und neuen Testaments.
1525 König Siegmund von Polen belehnt Albrecht von Brandenburg (fränkische Linie) mit dem Herzogtum Preußen. Der Kaiser und Joachim I. erkennen ihn nicht an.
1535

Kurfürst Joachim I stirbt, außenpolitisch wollte er vor allen den Frieden erhalten und innenpolitisch die alte Ordnung wahren.

Reformation und Absolutismus 1535-1701
1535

Brandenburg wird nach dem Tod Joachims I zwischen seinen beiden Söhnen Joachim II Hektor (geb. 1505, Kurfürst von 1535-1571) und Johann I "Hans von Küstrin" aufgeteilt, der die Neumark und die schlesisch-lausitzischen Gebiete erhält.

1539 Joachim II Hektor tritt zum Luthertum über, wählt Berlin-Cölln zu seiner ständigen Residenz und läßt das Berliner Schloss ausbauen.
1543 In Brandenburg werden 10 Domikaner-, 11 Franziskaner- und 17 Frauenklöster säkularisiert. Der Besitz geht zum großen Teil an den brandenburgischen Kurfürsten oder an die Städte.
Im 16. Jahrhundert wird Brandenburg von mehreren Pestepedemien heimgesucht.
1550

Um 1550 wird das Eisenhüttenwerk Peitz errichtet. Hier wird der einheimische Raseneisenstein verarbeitet. Ein künstlicher Kanal liefert über Wasserräder die Energie.

1564 Laut Erhebungen leben in Brandenburg in den Städten rund 100.000 Einwohner und in den Dörfern rd. 165.000 Einwohner.

1569

Mitbelehnung des Kurfürsten Joachim II mit dem Herzogtum Preußen durch den Polnischen König

1571 Kurfürst Joachim II stirbt am 3. Januar und ein paar Tage später stirbt Markgraf Johann von Küstrin ohne männliche Erben. Sein Fürstentum fällt an Brandenburg zurück und wird vereint unter dem Kurfürsten Johann Georg (geb. 1525). Als Kurprinz lebte er hauptsächlich in der Burg Zechlin (Ostprignitz).
1573 Die brandenburgische Kirche richtet sich streng an der lutherischen Lehre aus.
1574 Leonhard Thurneysser aus Basel ist zu dieser Zeit der einzige Wissenschaftler in Brandenburg und richtet im Berliner Franziskanerkloster ein Laboratorium, eine Bibliothek, ein Naturalienkabinett, Schriftgießerei und Druckerei ein. Er erstellt ebenfalls eine Landkarte von der Mark Brandenburg. Außerdem wird eine allgemeine Landesschule als Gelehrtenschule gegründet, die bald schon 600 Schüler aufweist.
1575 Die Herrschaft Beeskow-Storkow kommt endgültig in den erblichen Besitz Kurbrandenburgs.
1598

Kurfürst Joachim Friedrich, Nachfolger von Johann Georg, läßt nach seinem Regierungsantritt die drei brandenburgischen Bistümer (Brandenburg, Havelberg und Lebus) auch formell aufheben.

1599 Im sog. Geraer Hausvertrag wird die Unteilbarkeit Brandenburgs festgelegt.
1601 Kurfürst Joachim Friedrich läßt in Grimnitz (bei Joachimsthal) die erste Glashütte der Mark Brandenburg bauen. Sie wird von böhmischen Glasmachern betrieben.
1602 Bernau gilt zu Beginn des Jahrhunderts mit 143 Brauhäusern als bedeutendste Braustadt der Mark Brandenburg.
ab 1603 Bei Eberswalde entwickeln sich die frühesten industriell-gewerblichen Standorte der Mark Brandenburg (ein kurfürstlicher Kupferhammer wird gegründet und 1608 in Heegermühle ein Eisenhammer)
1604 Kurfürst Joachim Friedrich gründet Joachimsthal in der Schorfheide. Hier wird 1607 eine Fürstenschule eröffnet, die junge Adlige auf den Besuch der brandenburgischen Landesuniversität Frankfurt und die Beamtenlaufbahn vorbereitet.

1618

Herzogtum Preußen fällt an Brandenburg

1618-1648

Dreißigjähriger Krieg
1618 - 1623 Böhmisch - Pfälzer Krieg
1625 - 1630 Dänisch - Niedersächsischer Krieg
1630 - 1635 Schwedischer Krieg
1635 - 1648 Schwedisch - Französischer Krieg

Wer war wer im Dreißigjährigen Krieg ?
Dr. Klaus Koniarek stellt 199 interessante Biographien aus dem 30-jährigen Krieg vor.

Hungersnöte, Pestseuchen und die Pocken hatten neben den eigentlichen Kämpfen im 30-jährigen Krieg einen starken Rückgang der Bevölkerung zur Folge.

1636 Bei Wittstock in der Prignitz findet eine der größten Schlachten des Dreißigjährigen Krieges statt. 23.000 schwedische Soldaten besiegen das 30.000 Mann starke kaiserliche Heer. In der Alten Bischofsburg in Wittstock befindet sich auf sieben Etagen ein Museum des Dreißigjährigen Krieges modern eingerichtet mit Akustik-Guide-System. www.mdk-wittstock.de
1640 Kurfürst Georg Wilhelm stirbt. Sein 20 Jahre alter Sohn Friedrich Wilhelm tritt die Nachfolge an.
1641 Friedrich Wilhelm schließt mit den Schweden einen Waffenstillstand und beginnt einen eigenständigen brandenburgischen Kurs im Krieg einzuleiten.
1642 In Neuruppin werden von ehemals 3500 Einwohnern noch ganze 600 Einwohner gezählt.
1643 Die Erbhuldigung der märkischen Städte für den neuen Kurfürsten findet zum ersten mal nicht in Brandenburg sondern in der neuen Residenz Berlin-Cölln statt.
1644 Friedrich Wilhelm beginnt mit Soldatenwerbungen für den Aufbau eines stehenden Heeres, das nicht auf den Kaiser, sondern auf den brandenburgischen Landesherrn vereidigt wird.
1647 Als Wiederaufbaumaßnahme wurden in Brandenburg neue Siedlungen für ausländische Kolonisten angelegt. Zu den ersten ins Land geholten Kolonisten zählten Niederländer und friesische Bauern, die mit weitreichenden Privelegien ausgestattet wurden.
1648 Ende des dreißigjährigen Krieges.
Am 24. Oktober wird der "Westfälische Friede" von Münster geschlossen. Brandenburg erhält Hinterpommern und Cammin, die Stifte Halberstadt und Minden sowie die Anwartschaft auf das Herzogtum Magdeburg, das erst 1680 endgültig zu Brandenburg gelangt. (der Gebietszuwachs beträgt ca. 1/3 des bisherigen Staatsgebietes).
1650

Das nördlich von Berlin gelegene Amt Bötzow wird als Residenz ausgebaut. Kurfürst Friedrich Wilhelm übergibt die Siedlung seiner Gemahlin Luise Henriette die ein Schloss errichten lässt. Schloss und Siedlung werden nach Ihrem Heimatort (Nassau-Oranien) Oranienburg genannt.
Im neu errichteten Lustgarten beim Berliner Schloss werden erstmals in der Mark Kartoffeln angebaut.

1652 Eine Landesaufnahme ergibt, dass die Bevölkerungsverluste im Krieg im Durchschnitt ca. 50% ausmachten, davon in einigen Region, wie in der Prignitz, Uckermark und Barnim z.T. bis zu 90%.
1657 Der Kurfürst Friedrich Wilhelm beginnt mit dem Ausbau Potsdams zu seiner zweiten Residenzstadt neben Berlin.
1662 - 1669 wird an der Stelle des alten Schlosses ein neues Schloss nach holländischem Vorbild errichtet.
1658 In Peitz wird der erste Hochofen der Mark Brandenburg errichtet. Das Werk liefert das erzeugte Eisen vor allen nach Berlin, Magdeburg und Schlesien.
1661 Es beginnt eine neue Phase der Einwanderungspolitik. Der Kurfürst versucht durch die Anwerben ausländischer Siedler - vor allen Hugenotten, Pfälzer und Schweizer - die Wirtschaft wieder in Gang zu bringen.
1664 Die Stadt Zehdenick an der Havel erhält eine Hohen Ofen und wird bis zum 18. Jahrhundert ein Zentrum der brandenburgischen Waffen- und Munitionsproduktion.
1665 In Oranienburg wird von der Kurfürstin Luise Henriette das erste Waisenhaus der Mark Brandenburg eröffnet.
1666 Der Diakon der Berliner Nikolaikirche, Paul Gerhardt, muß wegen seiner Ablehnung der Union von Lutheranern und Reformierten Brandenburg verlassen. Er wird Archidiakon in Lübben. Paul Gerhardt gehört zu den bedeutendsten Kirchenlied-Dichtern Deutschlands.
1667 In Brandenburg wird eine neue städtische Steuer eingeführt, eine Verbrauchssteuer auf Güter des täglichen Verbrauchs, wie z.B. Salz, Getreide und Fleisch.
1669 Der Friedrich-Wilhelm-Kanal wird nach 6 Jahren Bauzeit fertiggestellt. Dadurch stärkt sich die wirtschaftliche Stellung Berlins.
1671 Mit einem Edikt kündigt der Kurfürst die Aufnahme von 50 jüdischen aus Wien vertriebenen Familien an. Es werden nur Familien mit einem Mindestvermögen von 10 000 Talern aufgenommen, da sie den Wiederaufbau der Wirtschaft forcieren sollen.
1675 Am 28. Juni schlagen die brandenburgischen Truppen mit 5 700 Mann eine schwedische Armee von 11 000 Mann bei Fehrbellin. Diese erste erfolgreiche Schlacht begründet in ganz Europa den Ruhm Friedrich Wilhelms. Er wurde danach "Großer Kurfürst" genannt.
1679 In der Hakendemmglashütte bei Potsdam erfindet Johann Kunckel das Rubinglas.
1685

Per Edikt haben junge Paare die getraut werden wollen zuvor 6 Obstbäume zu pfropfen und 6 junge Eichen zu pflanzen.
Auf die Vertreibung der Hugenotten aus Frankreich reagiert der Große Kurfürst mit dem Edikt von Potsdam. Mit zahlreichen Privilegien werden die Glaubensflüchtlinge nach Brandenburg gelockt, ca. 10 000 siedeln sich in Berlin-Brandenburg an.

1686 Die ersten Tabakpflanzer kommen aus Nordfrankreich in die Uckermark. Die klimatisch günstige Bedingungen und der leichte Boden ermöglichen den Aufbau eines der größten Tabakgebiete Deutschlands.
1688 Der Kurfürst Friedrich Wilhelm stirbt und sein Nachfolger wird Kurfürst Friedrich III, der spätere 1. König von Preußen
1689-1690 Etwa 7000 reformierte Kolonisten aus der Pfalz und 2000 aus der Schweiz werden in Brandenburg angesiedelt.
1693 Landgraf Friedrich von Hessen-Homburg lässt in Hohenofen bei Neustadt an der Dosse eine Eisenhütte auf der Grundlage von Raseneinsenstein errichten. Neustadt entwickelt sich so zu einem Zentrum der märkischen Waffen- und Munitionsproduktion.
1694 Friedrich III. gründet die Universität Halle
1695

Französische Werkmeister stellen in einer Neustädter Manufaktur Spiegel für die Residenzstädte Berlin und Potsdam her, eine der ersten Manufakturen außerhalb Berlins.

Der aus Österreich stammende brandenburgische Generalfeldmarschall Georg von Derfflinger stirbt auf seinem Gut in Gusow. Er gilt als einer der Begründer der preußischen Armee.

1696 In Berlin wird die erste Akademie der Künste und mechanischen Wissenschaften in Deutschland gegründet.
1697 Eberhard von Danckelmann wird als leitender Minister und Geheimer Staats- und Kriegsrat von Kurfürst III. entlassen und bis 1708 auf der Festung Peitz inhaftiert.
1700 Auf Initiative des Gelehrten Gottfried Wilhelm Leibnitz wird in Berlin eine Akademie der Wissenschaften, die Berliner Societät der Wissenschaften gegründet.
1701 Mit dem sogenannten Kronkontrakt legt der Kaiser dem brandenburgischen Kurfürsten Friedrich III die Würde eines Königs im außerhalb des Reiches gelegenen Preußen bei. Von diesem Zeitpunkt an ist Brandenburg nur noch Zentralprovinz des sich zur europäischen Großmacht entwickelnden preußischen Staates. Das im preußischen Staat aufgehende Brandenburg stellt ca. ein Viertel der Einwohner Preußens und hat im Durchschnitt eine Einwohnerdichte von 11 Menschen auf den qkm.
Brandenburg im Königreich Preußen und im Kaiserreich 1701-1918

1701

18. Januar:
Kurfürst Friedrich III krönt sich in Königsberg zum König in Preußen als Friedrich I.
Mit seiner Prunk- und Verschwendungssucht führt Friedrich I das Land in eine Finanz- und Staatskrise.

1703 In Kampehl stirbt der 51 jährige Kornett Christian Friedrich von Kahlbutz
1704 In Brandenburg an der Havel wird die Ritterakademie gegründet. 100 Jahre werden hier Offiziere aus dem märkischen Adelsgeschlecht ausgebildet.
ab 1707 Die Brüder Becmann beginnen mit der Materialsammlung und Verfassung der "Historischen Beschreibung der Chur- und Mark Brandenburg", die 1751 bis 1753 in zwei Bänden erscheint.
1708 Die Herrschaft Altlandsberg wird von König Friedrich I. gekauft und bis 1712 in eine Nebenresidenz umgewandelt.
1712 Berlin ist zum dominierenden Wirtschaftszentrum der Mark Brandenburg herangewachsen. Auf die Stadt entfallen 42 Prozent der Akziseeinnahmen.
1713 25. Februar:
König Friedrich I. stirbt und sein Sohn Friedrich Wilhelm I. wird Nachfolger. Er beginnt sofort mit dem Ausbau der brandenburgisch-preußischen Armee und dem Aufbau seiner Leibgarde die "Langen Kerls"
1714 Friedrich Wilhelm I. verbietet die "Hexen - Prozesse"
1716 Unter der Leitung des Gusower Generalleutenants Friedrich von Derfflinger werden entlang der Oder die Deiche instandgesetzt und ausgebaut.
1717 In Luckenwalde werden Weber aus Sachsen angesiedelt. Ein Generaledikt macht den Schulbesuch für Kinder in Orten mit Schulen zur Pflicht.
  9.12. In Stendal wird Johann Joachim Winckelmann geboren. Mit seiner "Geschichte der Kunst im Altertum" wird Winckelmann zum Begründer der Archäologie.
1718 Es wird mit der Entwässerung des Havelländischen und des Rhinluchs angefangen. Dadurch kann für brandenburgische Verhältnisse äußerst fruchbarer Boden erschlossen werden. Ab 1722 unterweist der Holländer Heinrich Bröne die Brandenburger in der holländischen Kunst der Milchverarbeitung sowie in der Butter- und Käsezubereitung. Einige Jahre später ensteht die "Lehranstalt für Butter- und Käsebereitung".
1720 Mit dem Frieden von Stockholm und der Beendigung des Nordischen Krieges gelangt Brandenburg-Preußen in den Besitz von Stettin und Vorpommern.
1721 Der Ausbau von Potsdam zur zweitgrößten Stadt der Kurmark beginnt mit dem Bau der ersten Neustadt. 1732 lässt Friedrich Wilhelm I die zweite Neustadt mit dem Holländischen Viertel anlegen.
1722 In Potsdam wird ein Militärwaisenhaus und eine Gewehrfabrik gegründet
1723 Johann Sebastian Bach beendet die sechs "Brandenburgischen Konzerte", ein Auftragswerk für den Markgrafen Christian Ludwig von Brandenburg, dem jüngsten Sohn des Großen Kurfürsten.
1730 In Potsdam wird die erste preußische Samt- und Plüschfabrik gegründet.
Am 6. November wird der Leutnant Hans Hermann von Katte in Küstrin hingerichtet, weil er dem Kronprinzen Friedrich I. bei seinem Fluchtversuch aus Preußen geholfen hat, der allerdings verraten wurde.
1731 Friedrich I. versöhnt sich mit seinem Vater und wird aus der Haft entlassen. Er tritt in die neumärkische Kriegs- und Domänenkammer ein, um sich dort Erfahrungen in Verwaltung und Wirtschaft anzueignen.
1732

Die Berliner Bankiers Splitgerber und Daum pachten den Kupferhammer in Heegermühle bei Eberswalde und entwickeln sich zu den bedeutendsten Metall- und Waffenproduzenten in Brandenburg.

1734 König Friedrich Wilhelm I. kauft die Stadt und Herrschaft Rheinsberg für den Kronprinzen. Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff baut das Schloss zu einer Residenz aus und Friedrich hält hier nach seiner Vermählung mit Elisabeth Christine von Braunschweig Hof. Er empfängt berühmte Philosophen, Musiker und Künstler.
1739 In Hohenfinow werden die ersten Kartoffeln der Mark Brandenburg angebaut.
1740

31. Mai In Potsdam stirbt König Friedrich Wilhelm I.
Ihm es in den 27 Jahren seiner Herrschaft gelungen, die brandenburgisch-preußische Armee von ursprünglich 40 000 auf 76 000 Mann zu verstärken und die Staatsfinazen wieder zu sanieren. Nachfolger wird Friedrich II, der Große.

Mit dem Einmarsch nach Schlesien im Dezember beginnt er den Ersten Schlesischen Krieg. (1740-1742)

1743 Der Neubau des Finowkanals als Verbindung von Havel und Oder mit insgesamt 15 Schleusen beginnt. Damit verbessert sich die Verbindung von Berlin nach Stettin, Polen und Schlesien.
1744 König Friedrich II schenkt das Schloss Rheinsberg seinem Bruder Heinrich.
August: der Einfall preußischer Truppen nach Böhmen markiert den Beginn des Zweiten Schlesischen Krieges. (1744/45)
1755 Von 1755-1763 wird im Park von Sanssouci in Potsdam die Bildergalerie errichtet. Sie gilt als der erste Museumsbau in Deutschland.
1756 Der Dritte Schlesische Krieg, der Siebenjährige Krieg (1756-1763), beginnt mit dem Angriff preußischer Truppen auf Böhmen.
November:
Die Deichbauarbeiten im Niederen Oderbruch werden im wesentlichen abgeschlossen. Es wurden über 32 000 Hektar Land gewonnen und durch Kolonisation 43 neue Bauerndörfer und 7 neue Spinnerdörfer angelegt.
1759

12. August: Bei Kunersdorf an der Oder trifft die preußische Armee die größte Niederlage im Siebenjährigen Krieg. Der Dichter und Offizier Ewald Kleist wird so stark verwundet, dass er am 24. August stirbt.

1763

15. Februar: Mit dem Frieden von Hubertusburg wird der Siebenjährige Krieg beendet. Schlesien und die Grafschaft Glatz kommen endgültig zu Preußen, das sich als Großmacht in Europa durchgesetzt hat.

Durch das "General-Landschulreglement" wird das Schulwesen in Brandenburg verbessert. Die Schulmeister werden entlohnt und besser ausgebildet. Mit dem Ausbau des staatlichen Schulwesens wird Brandenburg-Preußen Vorbild für die meisten deutschen und auch für einige europäische Länder.

1764

Friedrich II. erlässt einen Kartoffelanbauzwang, der aber erst nach der Hungerkrise von 1771 durchgängiger befolgt wird. ( Kartoffelernte: 1765 - 6,9 Mio. kg, 1773 - 25,1 Mio. kg und 1801 152,4 Mio kg).
An der Straße Jüterbog-Luckenwalde beim Kloster Zinna lässt Friedrich II. eine Weber- und Spinner-Kolonie für 200 aus Sachsen einwandernde Familien bauen.

1766 In Prötzel führt der Landwirt Brown die moderne Fruchtwechselwirtschaft mit Pflügen und Eggen nach englischem Vorbild ein.
1769 Nach 6 jähriger Bauzeit wurde in Potsdam Sanssouci des Neue Palais mit mehr als 200 Räumen fertiggestellt. Die Architekten waren Johann Gottfried Büring und Karl von Gontard.
1772 Mit der ersten Teilung Polens erhält Brandenburg-Preußen Westpreußen und den Netzedistrikt. Friedrich II. nennt sich ab jetzt König "von" Preußen.
1773 Durch einen Gebietstausch gelangt der Kreis Ziesar zum Herzogtum Magdeburg, während der Kreis Luckenwalde zur Kurmark Brandenburg kommt.
In Reckahn bei Brandenburg an der Havel beginnt der Gutsherr von Rochow mit der Umsetzung eines aufgeklärten Schulwesens.
1775 Friedrich II. verfügt, dass der Besitz adliger Güter besonders geschützt werden soll und Nichtadlige für deren Kauf einen "Special-Consens" benötigen. Außerdem haben sie keinen Sitz und keine Stimme auf den Kreis- und Landtagen. (restaurative Adelspolitik des Königs).

1777

18. Oktober: Heinrich von Kleist wird in Frankfurt (Oder) geboren.

1780 In Berlin wird eine Tierarzneischule gegründet, die auch für die Ausbildung der Tierärzte der Mark Brandenburg zuständig ist.
1781 Bei Eberswalde wird eine moderne Papiermanufaktur errichtet.
1786

König Friedrich II. stirbt in Potsdam. Nachfolger wird sein Neffe Friedrich Wilhelm II.

1787 In Neustadt (Dosse) wird mit dem Aufbau des Friedrich-Wilhelm-Gestüts begonnen.
26. August: Ein Feuer zerstört zwei Drittel der Stadt Neuruppin. Die Stadt wird von 1788 bis 1796 nach Plänen von Barsch wiederaufgebaut.
1790 Als erste Straße in Brandenburg wird die Verbindung Berlin-Potsdam als Chaussee ausgebaut und 1793 vollendet.
1793 Die zweite Teilung Polens bringt für Preußen die Eingliederung von Danzig, Thorn und Südpreußen.
1795 Masowien, Warschau und Neuostpreußen werden in das Staatsgebiet Brandenburg-Preußens eingegliedert.
Das Guts- und Herrenhaus Steinhöfel wird nach Plänen von David Friedrich Gilly fertiggestellt.
Der Kronprinz Friedrich Wilhelm III. lässt durch David Gilly Schloss, Park und Kirche von Paretz zu einer Nebenresidenz im ländlichen Stil ausbauen.
1800 Der Prediger Johann Heinrich Duncker gründet im Pfarrhaus in Rathenow einen kleinen optischen Betrieb zur Herstellung von Brillengläsern.

1806

Zusammenbruch Preußens im Krieg gegen Napoleon, Ende der Mark als politisches Territorium.